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blah.

hmmm.. interessant interessant.

Es ist für jeden, der regelmäßigen Kontakt zu einer Borderline-Persönlichkeit hat, schwierig, sich mit deren Verhalten auseinanderzusetzen. Die Zornausbrüche, die Sprunghaftigkeit der Stimmung, die nicht voraussagbaren Ausbrüche, die selbstzerstörerischen Handlungen und die unbeständige Kommunikation bringen alle Betroffenen durcheinander.
Es gibt aber eine beständige, strukturierte Methode der Kommunikation mit der Borderline-Persönlichkeit - das SET-System - , das leicht verständlich ist und von der Familie, den Freunden und Therapeuten für den täglichen Gebrauch übernommen werden kann.
Das SET-System wurde von den Mitarbeitern der Comprehensive Treatment Unit am Saint John's Mercy Medical Center in St. Louis entwickelt und entstand aus einem strukturierten Kommunikationsrahmen mit Borderline-Persönlichkeiten, die sich in der Krise befanden. In dieser Zeit wird die Kommunikation mit dem Patienten durch sein undurchdringliches, chaotisches inneres Kraftfeld behindert, das hauptsächlich durch drei Gefühlszustände charakterisiert wird: schreckliche Angst, das Gefühl, missverstanden zu werden und überwältigende Hilflosigkeit.
Daraus ergibt sich, dass Verwandte, Freunde und Kollegen nicht in der Lage sind, mit der Borderline-Persönlichkeit ruhig und vernünftig zu reden. Statt dessen sind sie gezwungen, sich mit Zornausbrüchen, impulsiver Zerstörung, Selbstmorddrohungen oder -versuchen und unvernünftigen Forderungen nach Zuwendung auseinanderzusetzen. SET-Reaktionen können dazu dienen, zugrundeliegende Ängste anzusprechen, den "Borderline-Großbrand" zu löschen und das "Durchschmelzen" in einen größeren Konflikt zu verhindern.

DIE SET-KOMMUNIKATION

"SET" - Support (Unterstützung) Empathy (Mitgefühl) Truth (Wahrheit) - ist ein dreiteiliges Kommunikationssystem. Wenn man sich mit destruktivem Verhalten auseinandersetzt, in Sitzungen, in denen wichtige Entscheidungen getroffen werden oder in anderen Krisensituationen sollte die Interaktion mit der Borderline-Persönlichkeit alle drei Elemente beinhalten.
Die "S"-Stufe dieses Systems, die "Unterstützung", ist eine persönliche Stellungnahme, die Sorge ausdrückt. "Ich mache mir wirklich Gedanken um dich" wäre ein Beispiel für eine solche unterstützende Aussage. Die Betonung liegt auf den Gefühlen des Sprechers und ist im wesentlichen das persönliche Bekenntnis, helfen zu wollen.
Mit dem "E"-Teil (Mitgefühl) versucht man, die chaotischen Gefühle der Borderline-Persönlichkeit anzuerkennen: "Du musst dich wirklich schrecklich fühlen..." Es ist wichtig, Mitgefühl nicht mit Mitleid zu verwechseln ("Du tust mir so leid..."), denn dies könnte zu einem Zornausbruch führen, da der Betroffene sich herablassend behandelt fühlt. Das Mitgefühl sollte zudem neutral ausgedrückt werden und mit möglichst wenig Bezugnahme auf die eigenen Gefühle. Die Betonung liegt hier auf der schmerzlichen Erfahrung der Borderline-Persönlichkeit, nicht auf der des Sprechenden. Eine Aussage wie: "Ich weiß genau, wie schlecht du dich fühlst" könnte zu der spöttischen Antwort führen, dass das ja gar nicht stimme, so dass sich der Konflikt nur verstärkt.
Die "T"-Aussage, die die Wahrheit oder Realität repräsentiert, betont, dass die Borderline-Persönlichkeit zu guter Letzt für ihr Leben selbst verantwortlich ist und dass die Hilfeversuche anderer ihr diese Eigenverantwortung nicht abnehmen können. Während Unterstützung und Mitgefühl subjektive Aussagen sind, die anerkennen, wie der Betroffene sich fühlt, zeigen die Wahrheitsaussagen, dass ein Problem besteht. Sie beziehen sich auf die praktische Frage, was man tun kann, um eine Lösung zu finden. Andere charakteristische Wahrheitsäußerungen beziehen sich auf Aktionen, zu denen der Sprechende sich verpflichtet fühlt, um auf Verhaltensweisen der Borderline-Persönlichkeiten zu reagieren. Diese sollten sachlich und neutral geäußert werden ("Das ist geschehen... So sehen die Folgen aus... Das kann ich dazu beitragen... Was gedenkst du zu unternehmen?"). Sie sollten jedoch so ausgesprochen werden, dass keine Schuld zugewiesen oder sadistisch eine Strafe ausgesprochen wird ("Da hast du uns aber in eine ganz schön blöde Situation gebracht!" "Du hast es angerichtet, sieh zu, wie du damit fertig wirst!"). Der Wahrheitsteil des "SET"-Systems ist für die Borderline-Persönlichkeit der wichtigste und zugleich schwierigste, da ein großer Teil seiner Welt realistische Konsequenzen ausschließt oder zurück weist.
Die Kommunikation mit der Borderline-Persönlichkeit sollte alle drei Botschaften umfassen. Aber selbst wenn dies der Fall ist, kann die Borderline-Persönlichkeit sie möglicherweise nicht alle gleichzeitig integrieren. Es kommt zu vorhersehbaren Antworten, wenn eine der Botschaften entweder nicht klar ausgedrückt oder nicht "gehört" wird.
Wenn bespielsweise die Unterstützungsstufe dieses Systems umgangen wird, ist es charakteristisch für die Borderline-Persönlichkeit, den anderen zu beschuldigen, dass er nicht verständnisvoll sei oder nichts mit ihr zu tun haben wolle. Die Borderline-Persönlichkeit schaltet sich dann aus weiteren Gesprächen aus, weil sie der Meinung ist, dem anderen sie es egal oder er wolle Böses. Die Beschuldigung: "Es ist dir doch egal!" weist meistens darauf hin, dass die Unterstützungsaussage nicht integriert wurde.
Die Unfähigkeit, Mitgefühl rüberzubringen, führt zu dem Gefühl, dass der andere nicht versteht, was die Borderline-Persönlichkeit durchmacht. ("Du weißt nicht, was ich durchmachen muss.") An dieser Stelle rechtfertigt die Boderline-Persönlichkeit die Zurückweisung der Kommunikation, indem sie behauptet, sie werde missverstanden. Da der andere den Schmerz nicht verstehen kann, können seine Reaktionen gewertet werden. Wenn die Einleitung mit Unterstützung oder Mitgefühl von dem Betroffenen nicht akzeptiert wird, werden weitere Kommunikationen nicht gehört.
Wenn das Wahrheitselement nicht klar ausgesprochen wird, entsteht eine noch gefährlichere Situation. Die Borderline-Persönlichkeit interpretiert die Einwilligung anderer so, wie es ihren Bedürfnissen am ehesten entspricht, nämlich meistens als Bestätigung dafür, dass andere für sie tatsächlich verantwortlich sein können oder dass die eigenen Wahrnehmungen allgemein geteilt und unterstützt werden. Die zerbrechliche Verbindung der Borderlline-Persönlichkeit mit diesen anderen Menschen löst sich schließlich auf, wenn die Beziehung das Gewicht dieser unrealistischen Erwartungen nicht tragen kann. Wenn Wahrheit und Konfrontation nicht klar ausgedrückt werden, wird es für die Borderline-Persönlichkeit zu weiteren Verstrickungen mit anderen kommen. Wenn ihre Bedürfnisse erfüllt sind, wird sie darauf bestehen, dass alles in Ordnung sei oder zumindest besser werde. Der Beweis für diese Verstrickung ist oft das überraschende, vorübergehende Fehlen von Konflikten: die Borderline-Persönlichkeit zeigt weniger Feindseligkeit und Zorn. Wenn diese unrealistischen Erwartungen jedoch schließlich enttäuscht werden, bricht die Beziehung in einem feurigen Mahlstrom von Zorn und Enttäuschung zusammen.

Die Borderline-Persönlichkeit ist ein Widerspruch in sich selbst und handelt auch so. Sie ist sich ihrer selbst nie sicher, sie vertraut schmeichelnden Bemerkungen nie und versucht vergeblich, Menschen zufriedenzustellen, die sich nicht zufriedenstellen lassen. Auch wenn sie einen Partner kennen lernt, der fürsorglich und unterstützend scheint, versucht sie, die Beziehung zu sabotieren. Sie stellt seine Loyalität auf die Probe und seine Liebe in Frage. Der Partner muss den Hintergrund der Borderline-Persönlichkeit verstehen und erkennen, dass sich Vertrauen erst nach langer Zeit aufbauen lässt. Nicht alle sind bereit, so lange zu warten und so lange die Stimmungsschwankungen, das Misstrauen und die Zornausbrüche der Borderline-Persönlichkeit zu ertragen.

Es ist wichtig, dass der Partner weißt, dass die Borderline-Persönlichkeitsstörung eine Krankheit ist und nicht der absichtliche Versuch, Aufmerksamkeit zu erlangen. Der Betroffene kann sich einfach nicht aus eigener Kraft ändern. Es hat keinen Sinn, böse zu werden, ihm gut zuzureden oder zu betteln, dass er sich ändert. Diejenigen, die mit einer Bordeline-Persönlichkeit zu tun haben, müssen einen Balance-Akt ausführen. Sie müssen die Borderline-Persönlichkeit einerseits unterstützen und andererseits die notwendigen Erwartungen bestätigen. Sie müssen versuchen mit Unterstützung zu reagieren, ohne zu übertreiben. Zuneigung und Körperberührung (den Betroffenen an sich drücken oder seine Hand halten) kann ihm mitteilen, dass er als Mensch geschätzt wird, aber wenn er dies ausnutzt, wird Vertrauen zunichte gemacht. Je lauter und wütender die Borderline-Persönlichkeit wird, desto ruhiger und besänftigter sollte der andere sein.


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'aber wie traurig wäre es, würden wir uns nicht erlauben zu lieben, weil wir angst vor dem verlust haben.' |Nora Roberts|
16.12.08 22:56
 


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